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FAIRES UND UNFAIRES SPIEL

1. Faires und unfaires Spiel – Verantwortung der Kapitäne
Es liegt in der Verantwortung der Kapitäne, dafür zu sorgen, dass das Spiel sowohl in Übereinstimmung mit den Idealen und den Traditionen des Cricketsports, wie es in der Präambel (Die Ideale des Cricketsports) definiert ist, als auch nach den Regeln durchgeführt wird.

2. Faires und unfaires Spiel – Verantwortung der Schiedsrichter
Die Schiedsrichter haben die alleinige Entscheidungsgewalt in Fragen fairen und unfairen Spiels. Falls einer der Schiedsrichter eine Aktion, die nicht in den Regeln berücksichtigt ist, als unfair betrachtet, so muss er ohne Einspruch eingreifen und, falls der Ball im Spiel ist, Dead Ball ansagen und anzeigen und das im nachfolgenden Abschnitt 18 beschriebene Verfahren anwenden. Ansonsten dürfen die Schiedsrichter nicht ohne Einspruch in den Spielablauf eingreifen, außer sie sind durch die Regeln dazu verpflichtet.

3. Veränderung des Zustands des Spielballs
(a) Jeder Feldspieler darf
(i) den Ball polieren, vorausgesetzt, dass dabei keine künstlichen Substanzen verwendet werden und dieses Polieren keine Zeitverzögerung nach sich zieht.
(ii) unter Aufsicht des Schiedsrichters den Ball von Schmutz befreien.
(iii) einen nassen Ball mit einem Tuch abtrocknen.
(b) Es gilt als unfair, aus welchem Grund auch immer den Ball auf dem Boden zu reiben, eine der Nähte oder die Oberfläche des Balles zu manipulieren, Vorrichtungen zu verwenden oder sonstige Aktionen durchzuführen, die den Zustand des Balles verändern können. Zulässig sind nur die unter dem vorhergehenden Abschnitt (a) beschriebenen Aktionen.
(c) Die Schiedsrichter müssen den Ball häufig und in unregelmäßigen Abständen kontrollieren.
(d) Sollten die Schiedsrichter gemeinsam feststellen, dass der Zustand des Balles schlechter ist, als dies bei normalem Gebrauch der Fall wäre, müssen sie von einer Verletzung dieser Regel ausgehen. Sie müssen
(i) den Ball unverzüglich ersetzen. Die Auswahl des Ersatzballes liegt im Ermessen der Schiedsrichter. Dieser muss sich in einem ihrer Meinung nach ähnlichen Gebrauchszustand befinden wie der vorhergehende Ball unmittelbar vor der Regelverletzung. Zusätzlich muss der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers
(ii) der Schlagmannschaft 5 Strafpunkte gewähren.
(ii) die Batsmen darüber unterrichten, dass der Ball ersetzt wurde.
(iv) den Kapitän der Feldmannschaft darüber unterrichten, dass der Grund dieses Vorgehens die unfaire Manipulation des Balles war.
(v) den Kapitän der Schlagmannschaft so früh wie möglich darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(vi) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und die betreffende Mannschaft einleiten.
(e) Sollten die Schiedsrichter gemeinsam feststellen, dass im selben Innings eine andere Situation vorliegt, in der der Zustand des Balles schlechter ist, als dies bei normalem Gebrauch der Fall wäre, müssen sie
(i) das unter den vorhergehenden Abschnitten (d)(i), (ii) und (iii) beschriebene Verfahren wiederholen. Zusätzlich muss der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers
(ii) den Kapitän der Feldmannschaft über den Grund des Vorgehens unterrichten und ihn anweisen, den Bowler, der den unmittelbar vorhergehenden Wurf durchgeführt hat, unverzüglich zu suspendieren. Der suspendierte Bowler darf in diesem Innings nicht mehr bowlen. Das Over wird wenn nötig durch einen anderen Bowler abgeschlossen, welcher weder das vorhergehende Over ganz oder teilweise gebowlt hat noch das darauffolgende Over ganz oder teilweise bowlen darf.
(iii) den Kapitän der Schlagmannschaft so früh wie möglich darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(iv) den Vorfall gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich nach dem Spiel der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und die betreffende Mannschaft einleiten.


4. Absichtlicher Versuch, den Schlagmann abzulenken
Es gilt als unfair, wenn ein Feldspieler absichtlich versucht, den Schlagmann abzulenken, während dieser einen Wurf annimmt oder sich darauf vorbereitet.
(a) Ist einer der Schiedsrichter der Meinung, dass ein derartiges Verhalten eines Feldspielers diesem Zweck diente, muss er beim ersten Vorfall unverzüglich Dead Ball ansagen und anzeigen und den anderen Schiedsrichter über den Grund der Ansage in Kenntnis setzen. Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss
(i) den Kapitän der Feldmannschaft warnen, dass diese Aktion unfair ist, und darauf hinweisen, dass dies eine erste und zugleich letzte Warnung ist.
(ii) die Batsmen darüber unterrichten, was vorgefallen ist. Keiner der Batsman darf aufgrund des ungültigen Wurfs ausscheiden. Der Ball zählt nicht als ein Ball des Overs.
(b) Unternimmt im selben Innings ein Feldspieler weitere absichtliche Versuche dieser Art, wird das im vorhergehenden Abschnitt (a) beschriebene Verfahren angewandt, abgesehen von der Warnung. Zusätzlich muss der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers
(i) der Schlagmannschaft 5 Strafpunkte gewähren.
(ii) den Kapitän der Feldmannschaft und sobald wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft über den Grund seines Vorgehens unterrichten.
(iii) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und den/die betreffenden Spieler einleiten.


5. Absichtliche Ablenkung oder Behinderung eines Batsman
Zusätzlich zum vorhergehenden Abschnitt 4 gilt es als unfair, wenn ein Feldspieler mit Worten oder Taten absichtlich versucht, einen der Schlagmänner abzulenken oder zu behindern, nachdem der Schlagmann den Ball angenommen hat.
(a) Es liegt im Ermessen eines der Schiedsrichter, ob die Ablenkung oder Behinderung absichtlich erfolgt ist.
(b) Ist einer der Schiedsrichter der Meinung, dass ein derartiges Verhalten eines Feldspielers dem Zweck der Ablenkung oder Behinderung diente, muss er unverzüglich Dead Ball ansagen und anzeigen und den anderen Schiedsrichter über den Grund der Ansage in Kenntnis setzen.
(c) Keiner der Batsmen darf aufgrund des ungültigen Wurfs ausscheiden. Zusätzlich gilt:
(d) Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss
(i) der Schlagmannschaft 5 Strafpunkte gewähren.
(ii) den Kapitän der Feldmannschaft über den Grund seiner Entscheidung unterrichten und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft unterrichten.
(e) Der Ball zählt nicht als ein Ball des Overs.
(f) Die vor der Regelverletzung durch die Batsmen vollendeten Läufe werden gewertet, zusätzlich zu etwaigen Strafpunkten, die den Mannschaften gewährt wurden. Außerdem wird der im Gang befindliche Lauf gewertet, unabhängig davon, ob die Batsmen im Moment der Ansage schon aneinander vorbeigelaufen waren.
(g) Die Batsmen am Wicket können entscheiden, wer von ihnen den nächsten Wurf annimmt.
(h) Die Schiedsrichter müssen den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitänund den/die betreffenden Spieler einleiten.


6. Gefährliches und unfaires Bowlen
(a) Bowlen schneller kurzer Bälle
(i) Das Bowlen schneller kurzer Bälle ist gefährlich und unfair, wenn der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers der Meinung ist, dass aufgrund ihres wiederholten Vorkommens und unter Berücksichtigung ihrer Länge, Höhe und Richtung diese leicht dazu geeignet sind, den Schlagmann zu verletzen, ungeachtet der Schutzausrüstung, die dieser möglicherweise trägt. Das relative Können des Schlagmanns ist dabei zu berücksichtigen.
(ii) Jeder Wurf, welcher nach dem Aufkommen auf dem Boden den aufrecht an der Schlaglinie stehenden Schlagmann über Kopfhöhe passiert oder passiert hätte, auch wenn er keiner körperlichen Gefahr ausgesetzt ist, zählt ebenfalls zu den im vorhergehenden Abschnitt (i) genannten Würfen. Dies gilt für den Zeitpunkt der Entscheidung des Schiedsrichters, ob die schnellen kurzen Bälle gefährlich und unfair werden, als auch für die Zeit nach der Entscheidung Der Schiedsrichter sagt und zeigt bei jedem solchen Wurf No Ball an.
(b) Bowlen hoher voller Bälle
(i) Jeder Wurf, außer einem langsamen, welcher ohne vorherige Bodenberührung den aufrecht an der Schlaglinie stehenden Schlagmann über Hüfthöhe passiert oder passiert hätte, ist als gefährlich und unfair zu betrachten, unabhängig davon, ob er leicht dazu geeignet ist, den Schlagmann zu verletzen.
(ii) Ein langsamer Wurf, welcher ohne vorherige Bodenberührung den aufrecht an der Schlaglinie stehenden Schlagmann über Schulterhöhe passiert oder passiert hätte, ist als gefährlich und unfair zu betrachten, unabhängig davon, ob er leicht dazu geeignet ist, den Schlagmann zu verletzen.


7. Gefährliches und unfaires Bowlen – Vorgehensweise des Schiedsrichters
(a) Sobald der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers gemäß des vorhergehenden Abschnittes 6(a) entscheidet, dass das Bowlen schneller kurzer Bälle gefährlich und unfair geworden ist, oder, abgesehen von den im nachfolgenden Abschnitt 8 beschriebenen Fällen, es zu einem Fall von gefährlichem und unfairem Bowlen kommt, wie im vorhergehenden Abschnitt 6(b) definiert, sagt und zeigt er No Ball an. Wenn der Ball tot ist, verwarnt er den Bowler und unterrichtet den anderen Schiedsrichter, den Kapitän der Feldmannschaft und die Batsmen darüber, was vorgefallen ist. Diese Verwarnung gilt für das gesamte Innings.
(b) Wenn es durch denselben Bowler im selben Innings zu einem weiteren Vorfall gefährlichen und unfairen Bowlens kommt, wiederholt der Schiedsrichter das obige Verfahren und weist den Bowler darauf hin, dass dies eine letzte Warnung ist. Diese Warnung gilt ebenfalls für das gesamte Innings.
(c) Sollte es zu einem weiteren Verstoß durch denselben Bowler in diesem Innings kommen, muss der Schiedsrichter No Ball ausrufen und
(i) sobald der Ball tot ist, den Kapitän der Feldmannschaft dazu anweisen, den Bowler unverzüglich zu suspendieren. Außerdem muss er den anderen Schiedsrichter über den Grund seiner Entscheidung unterrichten. Der suspendierte Bowler darf in diesem Innings nicht mehr bowlen. Das Over wird wenn nötig durch einen anderen Bowler abgeschlossen, welcher weder das vorhergehende Over ganz oder teilweise gebowlt hat noch das darauffolgende Over ganz oder teilweise bowlen darf. Außerdem muss er
(ii) den Vorfall den Batsmen und so früh wie möglich dem Kapitän der Schlagmannschaft melden.
(iii) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und den betreffenden Bowler einleiten.


8. Absichtliches Bowlen hoher voller Bälle
Wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, dass ein hoher voller Ball, der als gefährlich und unfair zu betrachten ist, wie unter dem vorhergehenden Abschnitt 6(b) definiert, absichtlich gebowlt wurde, wird die nach 7 oben vorgeschriebene Verwarnung und Warnung übergangen. Der Schiedsrichter muss in diesem Fall
(a)
(i) No Ball ansagen und anzeigen.
(ii) sobald der Ball tot ist, den Kapitän der Feldmannschaft dazu anweisen, den Bowler unverzüglich zu suspendieren. Der suspendierte Bowler darf in diesem Innings nicht mehr bowlen. Das Over wird wenn nötig durch einen anderen Bowler abgeschlossen, welcher weder das vorhergehende Over ganz oder teilweise gebowlt hat noch das darauffolgende Over ganz oder teilweise bowlen darf.
(iii) den anderen Schiedsrichter über den Grund seiner Entscheidung unterrichten.
(b) den Vorfall den Batsmen und so früh wie möglich dem Kapitän der Schlagmannschaft melden.
(c) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und den betreffenden Bowler einleiten.


9. Spielverzögerung durch die Feldmannschaft
Es gilt als unfair, wenn ein Feldspieler das Spiel verzögert.
(a) Wenn einer der Schiedsrichter der Meinung ist, dass ein Over unnötig langsam abläuft oder der Kapitän der Feldmannschaft beziehungsweise ein anderer Feldspieler sonstige Formen der Spielverzögerung nutzt, muss er sofort
(i) Dead Ball ansagen und anzeigen, wenn der Ball im Spiel ist.
(ii) den anderen Schiedsrichter darüber unterrichten, was vorgefallen ist.

(b)
Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss dann
(i) den Kapitän der Feldmannschaft warnen und darauf hinweisen, dass dies eine erste und letzte Warnung ist.
(ii) die Batsmen darüber unterrichten, was vorgefallen ist.

(c)
Ist einer der Schiedsrichter der Meinung, dass ein Feldspieler im selben Innings erneut das Spiel verzögert, muss er
(i) Dead Ball ansagen und anzeigen, wenn der Ball im Spiel ist.
(ii) den anderen Schiedsrichter darüber unterrichten, was vorgefallen ist. Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss,
(iii) falls das Spiel nicht während eines Overs verzögert wird, der Schlagmannschaft 5 Strafpunkte gewähren und den Kapitän der Feldmannschaft über den Grund seiner Entscheidung unterrichten oder, falls das Spiel während eines Overs verzögert wird, den Kapitän der Feldmannschaft dazu anweisen, den Bowler unverzüglich zu suspendieren. Der suspendierte Bowler darf in diesem Innings nicht mehr bowlen. Das Over wird wenn nötig durch einen anderen Bowler abgeschlossen, welcher weder das vorhergehende Over ganz oder teilweise gebowlt hat noch das darauffolgende Over ganz oder teilweise bowlen darf.
(iv) die Batsmen und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(v) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und die betreffende Mannschaft einleiten.


10. Spielverzögerung durch einen Batsman
Es gilt als unfair, falls ein Batsman das Spiel verzögert. Unter normalen Umständen sollte der Schlagmann immer dann zum Schlagen bereit sein, wenn der Bowler bereit ist, seinen Anlauf zu beginnen.
(a) Sollte einer der Batsmen dadurch, dass er dieser Verpflichtung nicht nachkommt, oder auf andere Weise das Spiel verzögern, wird das folgende Verfahren angewandt. Beim ersten Vorfall muss der Schiedsrichter, bevor der Bowler mit seinem Anlauf beginnt oder sobald der Ball tot ist,

(i)
die beiden Batsmen warnen und darauf hinweisen, dass dies eine erste und zugleich letzte Warnung ist. Diese Warnung gilt für das gesamte Innings. Der Schiedsrichter muss jeden neuen Batsman entsprechend unterrichten.
(ii) den anderen Schiedsrichter darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(iii) den Kapitän der Feldmannschaft und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(b) Kommt es in diesem Innings durch einen der Batsmen zu einer weiteren Spielverzögerung, muss der Schiedsrichter zum entsprechenden Zeitpunkt, während der Ball noch tot ist,
(i) der Feldmannschaft 5 Strafpunkte gewähren.
(ii) den anderen Schiedsrichter über den Grund seiner Entscheidung unterrichten.
(ii) den anderen Batsman, den Kapitän der Feldmannschaft und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(iv) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän, den/die betreffenden Spieler und gegebenenfalls die betreffende Mannschaft einleiten.


11. Beschädigen der Pitch – zu schützender Bereich
(a) Es ist die Pflicht eines jeden Spielers, unnötige Beschädigungen der Pitch zu vermeiden. Ein Spieler verursacht vermeidbare Schäden, wenn einer der Schiedsrichter der Meinung ist, dass es für seine Anwesenheit auf der Pitch keinen triftigen Grund gibt. Es gilt als unfair, die Pitch absichtlich zu beschädigen.
(b) Ein Bereich der Pitch, nachfolgend als "geschützter Bereich" bezeichnet, ist als die durch ein Rechteck eingeschlossene Fläche definiert, welches an jeder Pitchseite durch parallel zur Schlaglinie und jeweils 1,52 m vor ihr liegende gedachte Linien begrenzt wird und zu beiden Seiten durch gedachte Linien, die jeweils parallel zu einer die Mittelstäbe verbindenden gedachten Linie und 30,48 cm von ihr entfernt verlaufen.


12. Betreten des geschützten Bereichs nach dem Wurf durch den Bowler
(a) Der Bowler verstößt gegen diese Regel, wenn er den geschützten Bereich betritt, nachdem er den Ball geworfen hat, oder wenn er es nicht schafft, den Ball nach seinem Wurfschwung und Wurfschritt loszulassen. Siehe vorhergehenden Abschnitt 11, Regel 23.4(viii) (Anzeige und Ansage eines Dead Ball durch den Schiedsrichter) sowie Anhang D.
(b) Verstößt ein Bowler wie unter dem vorhergehenden Abschnitt (a) angegeben gegen diese Regel, muss der Schiedsrichter beim ersten Vorfall, sobald der Ball tot ist,
(i) den Bowler verwarnen und den anderen Schiedsrichter darüber unterrichten, was vorgefallen ist. Diese Verwarnung gilt für das gesamte Innings. (ii) den Kapitän der Feldmannschaft und die Batsmen darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(c) Wenn in diesem Innings derselbe Bowler wieder gegen diese Regel verstößt, muss der Schiedsrichter das obige Verfahren wiederholen und darauf hinweisen, dass dies eine letzte Warnung darstellt. Diese Warnung gilt ebenfalls für das gesamte Innings.
(d) Verstößt im Innings derselbe Bowler ein drittes Mal gegen diese Regel, so muss der Schiedsrichter,
(i) sobald der Ball tot ist, den Kapitän der Feldmannschaft dazu anweisen, den Bowler unverzüglich zu suspendieren. Der suspendierte Bowler darf in diesem Innings nicht mehr bowlen. Das Over wird wenn nötig durch einen anderen Bowler abgeschlossen, welcher weder das vorhergehende Over ganz oder teilweise gebowlt hat noch das darauffolgende Over ganz oder teilweise bowlen darf.
(ii) den anderen Schiedsrichter über den Grund seiner Entscheidung unterrichten.
(iii) die Batsmen und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(iv) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und den betreffenden Bowler einleiten.


13. Beschädigung der Pitch durch Feldspieler
(a) Verursacht ein Feldspieler an der Pitch vermeidbare Schäden, die nicht unter den vorhergehenden Abschnitt 12(a) fallen, muss der Schiedsrichter, der den Verstoß beobachtet, beim ersten Vorfall den anderen Schiedsrichter informieren, sobald der Ball tot ist. Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss dann
(i) den Kapitän der Feldmannschaft verwarnen und darauf hinweisen, dass dies eine erste und letzte Warnung ist. Diese Warnung gilt für das gesamte Innings.
(ii) die Batsmen darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(b) Verursacht ein Feldspieler in diesem Innings weitere vermeidbaren Schäden an der Pitch, muss der Schiedsrichter, der den Verstoß beobachtet, den anderen Schiedsrichter informieren, sobald der Ball tot ist. Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss dann
(i) der Schlagmannschaft 5 Strafpunkte gewähren. Er muss außerdem
(ii) den Kapitän der Feldmannschaft über den Grund seiner Entscheidung unterrichten.
(iii) die Batsmen und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(iv) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und den/die betreffenden Spieler einleiten.


14. Beschädigung der Pitch durch einen Batsman

(a)
Verursacht einer der Batsmen an der Pitch vermeidbare Schäden, muss der Schiedsrichter, der den Verstoß beobachtet, beim ersten Vorfall den anderen Schiedsrichter informieren, sobald der Ball tot ist. Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss dann
(i) beide Batsmen darauf hinweisen, dass derartige Aktionen unfair sind, und hervorheben, dass dies eine erste und zugleich letzte Warnung ist. Diese Warnung gilt für das gesamte Innings. Der Schiedsrichter muss jeden neuen Batsman entsprechend unterrichten.
(ii) den Kapitän der Feldmannschaft und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(b) Verursacht ein Batsman in diesem Innings weitere vermeidbaren Schäden an der Pitch, muss der Schiedsrichter, der den Verstoß beobachtet, den anderen Schiedsrichter informieren, sobald der Ball tot ist. Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss dann
(i) der Schlagmannschaft alle Läufe aus diesem Wurf aberkennen, abgesehen von einer etwaigen Strafe für einen No Ball oder einen Wide.
(ii) zusätzlich der Feldmannschaft 5 Strafpunkte gewähren.
(iii) die Batsmen zu ihren ursprünglichen Pitchseiten zurückbeordern.
(iv) den Kapitän der Feldmannschaft und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft darüber unterrichten, was vorgefallen ist.
(c) Die Schiedsrichter müssen den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und den/die betreffenden Spieler einleiten.


15. Versuch, vor dem Wurf den passiven Schlagmann durch Run Out ausscheiden zu lassen
Der Bowler darf versuchen, bevor er mit seinem Wurfschritt beginnt, den passiven Schlagmann durch Run Out ausscheiden zu lassen. Der Ball zählt nicht als ein Ball des Overs, unabhängig davon, ob der Versuch erfolgreich ist oder nicht. Schafft es der Bowler bei seinem Versuch nicht, den passiven Schlagmann durch Run Out ausscheiden zu lassen, muss der Schiedsrichter so früh wie möglich Dead Ball ansagen und anzeigen.


16. Durch Batsmen geklaute Läufe
Es gilt als unfair, wenn die Batsmen während des Anlaufs des Bowlers versuchen, einen Lauf zu stehlen. Außer, wenn der Bowler versucht, einen der Batsmen durch Run Out ausscheiden zu lassen – siehe vorhergehenden Abschnitt 15 und Regel 24.4 (Frühzeitiger Wurf des Bowlers zum Schlagmann) – muss der Schiedsrichter
(i) Dead Ball ansagen und anzeigen, sobald die Batsmen bei einem solchen Versuch aneinander vorbeigelaufen sind.
(ii) den anderen Schiedsrichter über den Grund seiner Entscheidung unterrichten.
(iii) die Batsmen zu ihren ursprünglichen Pitchseiten zurückbeordern.
(iv) der Feldmannschaft 5 Strafpunkte gewähren.
(v) die Batsmen, den Kapitän der Feldmannschaft und sobald wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft über den Grund seiner Entscheidung unterrichten.
(iv) den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam mit dem anderen Schiedsrichter so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und die betreffenden Spieler einleiten.


17. Strafpunkte
(a) Wenn einer der Mannschaften Strafpunkte gewährt werden, muss der Schiedsrichter, sobald der Ball tot ist, die Strafpunkte den Aufschreibern anzeigen. Siehe Regel 3.14 (Signale).
(b) Ungeachtet der Bestimmungen der Regel 21.6 (Gewinn bringender Schlag oder Zusatzpunkte) werden Strafpunkte in jedem Fall wie durch die Regeln festgelegt gewährt. Hierzu sind jedoch auch die Einschränkungen bezüglich der Gewährung von Strafpunkten nach den Regeln 26.3 (Nicht gewährte Leg Byes), 34.4 (Zulässige Läufe aus einem regelgerecht mehr als einmal geschlagenen Ball) und 41.4 (Nicht gewährte Strafpunkte) zu beachten.
(c) Bei Gewähren von 5 Strafpunkten für die Schlagmannschaft nach Regel 2.6 (Unerlaubte Rückkehr eines Spielers), 41.2 (Abfangen des Balls) oder 41.3 (Schutzhelme der Feldmannschaft) beziehungsweise entsprechend der vorhergehenden Abschnitte 3, 4, 5, 9 oder 13
(i) werden diese als Straf-Zusatzpunkte gewertet und gelten zusätzlich zu allen weiteren Strafen.
(ii) werden diese vergeben, sobald der Ball tot ist. Sie sind weder als Ergebnis des unmittelbar vorhergehenden noch des unmittelbar folgenden Wurfs zu betrachten und gelten zusätzlich zu allen weiteren Läufen aus diesen Würfen.
(iii) wechseln die Batsmen die Pitchseiten nicht allein aufgrund dieser 5-Punkte-Strafe.
(d) Bei Vergabe von 5 Strafpunkten an die Feldmannschaft gemäß Regel 18.5(b) (Absichtliche kurze Läufe) oder entsprechend der vorhergehenden Abschnitte 10, 14 oder 16 werden diese zum Ergebnis des letzten abgeschlossenen Innings der betreffenden Mannschaft als Straf-Zusatzpunkte hinzugezählt. Falls die Feldmannschaft noch kein Innings abgeschlossen hat, werden die 5 Strafpunkte zum Punktestand beim nächsten Innings dazugezählt.

18. Verhalten der Spieler
Bei Verstößen gegen die Ideale des Spiels in Form unfairer Aktionen, die wie im vorhergehenden Abschnitt 2 nicht durch die Regeln abgedeckt sind, oder in Form von Spielern, die den Anweisungen des Schiedsrichters nicht Folge leisten oder die Entscheidungen eines Schiedsrichters durch Worte oder Taten kritisieren oder die Entscheidungen eines Schiedsrichters ablehnend aufnehmen oder die sich allgemein so verhalten, dass dadurch das Spiel in Misskredit gerät, muss der betreffende Schiedsrichter sofort den anderen Schiedsrichter darüber unterrichten. Die Schiedsrichter müssen gemeinsam
(i) den Kapitän des Spielers über den Vorfall unterrichten und den Kapitän anweisen, notwendige Maßnahmen zu ergreifen.
(ii) den Kapitän auf die Schwere des Vergehens hinweisen und ihm mitteilen, dass der Vorfall an eine höhere Stelle weitergeleitet werden wird.
(iii) den Vorfall nach dem Spiel so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän, den/die betreffenden Spieler und gegebenenfalls die betreffende Mannschaft

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