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NO BALL

1. Art und Weise der Wurfes
(a) Der Schiedsrichter muss sich erkundigen, ob der Bowler beabsichtigt, rechtshändig oder linkshändig, Over the Wicket oder Round the Wicket zu bowlen, und muss den Schlagmann entsprechend davon in Kenntnis setzen. Es ist unfair, wenn der Bowler den Schiedsrichter nicht über eine Änderung seiner Wurfweise unterrichtet. In diesem Fall sagt und zeigt der Schiedsrichter No Ball an.
(b) Unterarmwürfe sind außer bei einer entsprechenden speziellen Vereinbarung vor dem Spiel nicht zulässig.


2. Fairer Wurf – Arm
Damit die Wurfbewegung des Armes als fair gilt, darf kein ungültiger Wurf ausgeführt werden. Siehe nachfolgenden Abschnitt 3. Obwohl es hauptsächlich die Aufgabe des Schiedsrichters auf der Seite des Schlagmanns ist, die diesbezügliche Fairness des Wurfes zu bewerten, hindert diese Regel den Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers nicht daran, selbst No Ball anzusagen und anzuzeigen, wenn er der Meinung ist, dass ein ungültiger Wurf vorliegt.
(a) Wurde nach Meinung eines Schiedsrichters ein ungültiger Wurf ausgeführt, so muss dieser einen No Ball ansagen und anzeigen. Wenn der Ball tot ist, muss er den anderen Schiedsrichter über den Grund der Ansage unterrichten. Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss dann
(i) den Bowler verwarnen. Diese Verwarnung gilt für das gesamte Innings.
(ii) den Kapitän der Feldmannschaft über den Grund seiner Entscheidung unterrichten.
(iii) die Batsmen am Wicket informieren.
(b) Sollte nach einer derartigen Verwarnung einer der Schiedsrichter im selben Innings einen weiteren ungültigen Wurf durch denselben Bowler feststellen, wird der Vorgang entsprechend des vorhergehenden Abschnitts (a) wiederholt, wobei der Bowler darauf hingewiesen wird, dass dies die letzte Verwarnung ist. Diese Warnung gilt ebenfalls für das gesamte Innings.
(c) Ist einer der Schiedsrichter der Meinung, dass ein weiterer ungültiger Wurf desselben Bowlers vorliegt, muss er No Ball ansagen und anzeigen. Wenn der Ball tot ist, muss er den anderen Schiedsrichter über den Grund der Ansage unterrichten. Der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers muss dann
(i) den Kapitän der Feldmannschaft anweisen, den Bowler unverzüglich zu suspendieren. Das Over wird gegebenenfalls durch einen anderen Bowler abgeschlossen, welcher weder das vorhergehende Over ganz oder teilweise gebowlt hat noch das darauffolgende Over ganz oder teilweise bowlen darf. Der suspendierte Bowler darf in diesem Innings nicht mehr bowlen.
(ii) die Batsmen am Wicket und so früh wie möglich den Kapitän der Schlagmannschaft über den Vorfall unterrichten.
(d) Die Schiedsrichter müssen den Vorfall nach dem Spiel gemeinsam so früh wie möglich der Leitung der Feldmannschaft und allen für das Spiel verantwortlichen Verbänden melden, welche daraufhin angemessene Maßnahmen gegen den betreffenden Kapitän und den betreffenden Bowler einleiten.


3. Definition eines fairen Wurfes – Arm
Ein Ball gilt hinsichtlich des Armes als fairer Wurf, wenn von dem Moment an, in dem der Arm des Bowlers mit dem abschließenden Wurfschwung die Höhe der Schulter erreicht hat, bis zu dem Moment, in dem der Ball die Hand verlässt, die Streckung des Ellbogens weder teilweise noch vollständig zunimmt. Diese Definition hindert den Bowler nicht daran, während des Schwunges das Handgelenk zu beugen oder zu drehen.


4. Frühzeitiger Wurf des Bowlers zum Schlagmann
Wenn der Bowler den Ball zur Seite des Schlagmanns wirft, bevor er mit seinem Wurfschritt beginnt, sagt und zeigt einer der Schiedsrichter No Ball an. Siehe Regel 42.16 (Durch Batsmen geklaute Läufe). Allerdings wird das im vorhergehenden Abschnitt 2 beschriebene Verfahren, bestehend aus Verwarnung, Unterrichtung, letzter Warnung, Maßnahmen gegen den Bowler und Meldung, nicht angewandt.


5. Fairer Wurf – Füße
Damit die Fußstellung beim Wurfschritt als fair gewertet wird,
(a) muss der hintere Fuß des Bowlers entsprechend der gewählten Wurfmethode innerhalb der Seitenlinie aufkommen, ohne diese zu berühren.
(b) muss der vordere Fuß des Bowlers mit einem Teil, ganz gleich, ob der Fuß aufsitzt oder angehoben ist,
(i) auf derselben Seite der imaginären Linie zwischen den beiden gegenüberliegenden Mittelstäben aufkommen, auf der auch die unter dem vorhergehenden Abschnitt (a) beschriebene Seitenlinie liegt und
(ii) hinter der Schlaglinie aufkommen.

Wenn der Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers nicht davon überzeugt ist, dass alle drei Bedingungen erfüllt sind, sagt und zeigt er No Ball an.


6. Zweimaliges Aufkommen und Rollen des Balls
Der Schiedsrichter sagt und zeigt No Ball an, falls ein Ball, den er als geworfen betrachtet und der vorher nicht den Schläger oder den Körper des Schlagmanns berührt hat,
(i) mehr als zweimal auf dem Boden aufkommt oder
(ii) am Boden entlang rollt, bevor er die Schlaglinie erreicht.


7. Vor dem Wicket des Schlagmanns liegen gebliebene Bälle
Wenn ein Ball bei einem Wurf des Bowlers vor der Wurflinie des Schlagmanns zur Ruhe kommt, ohne vorher den Schläger oder Körper des Schlagmanns berührt zu haben, sagt und zeigt der Schiedsrichter No Ball und unmittelbar darauf Dead Ball an.


8. No Ball-Ansage bei Verletzung anderer Regeln
Zusätzlich zu den oben behandelten Fällen muss der Schiedsrichter gemäß folgender Regeln No Ball ansagen und anzeigen.
Regel 40.3 – Position des Wicket-Keepers
Regel 41.5 – Zahlenmäßige Beschränkung der On Side-Feldspieler
Regel 41.6 – Sperre der Pitch für Feldspieler
Regel 42.6 – Gefährliches und unfaires Bowlen
Regel 42.7 – Gefährliches und unfaires Bowlen – Vorgehensweise des Schiedsrichters
Regel 42.8 – Absichtliches Bowlen hoher voller Bälle


9. Zurückziehen einer No Ball-Ansage
Der Schiedsrichter muss seine No Ball-Ansage zurückziehen, falls der Ball die Hand des Bowlers aus einem beliebigen Grund nicht verlässt.


10. Vorrang des No Ball vor dem Wide
Die Ansage eines No Ball hat immer Vorrang vor der Ansage eines Wide Ball. Siehe Regeln 25.1 (Beurteilung eines Wides) und 25.3 (Ansage und Anzeigen eines Wide Ball).


11. Ball im Spiel
Der Ball ist bei Ansage eines No Ball nicht tot.


12. Strafe für einen No Ball
Eine Strafe in Höhe von einem Lauf wird sofort bei Ansage eines No Ball gewährt. Außer, wenn die Ansage zurückgezogen wird, gilt die Strafe selbst dann, wenn ein Batsman ausscheidet. Sie zählt zusätzlich zu allen weiteren erzielten Läufen, Grenzschlag-Punkte und allen weiteren Läufen aus Strafpunkten.


13. Aus einem No Ball resultierende Läufe – Zählweise
Der Strafpunkt für einen No Ball wird als No Ball-Zusatzpunkt gewertet. Wurden einer der Mannschaften weitere Strafpunkte gewährt, werden sie gewertet wie in Regel 42.17 (Strafpunkte) beschrieben. Alle durch die Batsmen vollendeten Läufe und alle Grenzschlag-Punkte werden dem Schlagmann gutgeschrieben, falls der Ball vom Schläger getroffen wurde. Andernfalls werden diese als No Ball-Zusatzpunkte gewertet. Abgesehen von etwaigen 5-Punkte-Strafen werden alle aus einem No Ball resultierenden Läufe, unabhängig davon, ob sie dem Schlagmann gutgeschrieben oder als No Ball-Zusatzpunkte gezählt werden, dem Bowler angerechnet.


14. Ignorieren eines No Ball im Over
Ein No Ball zählt nicht als ein Ball des Overs. Siehe Regel 22.3 (Gültigkeit der Bälle).


15. Ausscheiden nach einem No Ball
Wenn No Ball angesagt wurde, können beide Batsmen nur nach einer der Regeln 33 (Handled the Ball), 34 (Hit the Ball Twice), 37 (Obstructing the Field) oder 38 (Run Out) ausscheiden.

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