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GRENZSCHLÄGE 

1. Die Spielfeldbegrenzung
(a) Vor der Auslosung vereinbaren die Schiedsrichter mit beiden Kapitänen die Spielfeldbegrenzung. Wenn möglich muss die Begrenzung auf ihrer gesamten Länge markiert sein.

(b)
Die Begrenzung muss so vereinbart werden, dass sich kein Teil eines Kontrastschirms innerhalb des Spielfeldes befindet.
(c) Befindet sich ein Hindernis oder der Körper einer Person innerhalb des Spielfeldes, sind sie nicht als Begrenzung zu betrachten, außer die Schiedsrichter treffen vor der Auslosung eine anderslautende Entscheidung. Siehe Regel 3.4 (Unterrichtung der Kapitäne und Aufschreiber).


2. Festlegung der Begrenzung – Grenzmarkierungen
(a) Wenn möglich muss die Begrenzung durch eine weiße Linie oder ein auf dem Boden befindliches Seil markiert werden.
(b) Wenn die Begrenzung durch eine weiße Linie markiert ist,
(i) gilt die Innenkante der Markierung als Grenzlinie.

(ii) muss eine lediglich zum Hervorheben der Markierung verwendete Flagge, Stange oder Bande außerhalb der Grenzlinie aufgestellt werden. Die Hervorhebung selbst ist nicht als Markierung zu betrachten. Hierzu sind jedoch auch die Bestimmungen des nachfolgenden Abschnitts (c) zu beachten.
(c) Wenn ein fester Gegenstand zur Markierung der Begrenzung verwendet wird, muss dieser eine Kante oder Linie besitzen, welche die Grenzlinie darstellt.
(i) Bei einem Seil oder einem ähnlichen auf dem Boden liegenden Gegenstand mit rundem Querschnitt, wird die Grenzlinie durch den innersten Punkt des Seilquerschnitts gebildet.

(ii) Bei einem Zaun oder einem ähnlichen Gegenstand, der mit dem Boden in Kontakt ist und eine über dem Boden aufragende flache Oberfläche besitzt, gilt die Grundlinie als Grenzlinie.
(d) Wenn die Grenzlinie nicht wie in den vorhergehenden Abschnitten (b) oder (c) definiert ist, müssen die Schiedsrichter und Kapitäne vor der Auslosung vereinbaren, welche Linie als Grenzlinie zu betrachten ist. In Abschnitten der Begrenzung, in denen keine Markierung vorhanden ist, wird die Grenzlinie durch eine gedachte gerade Linie am Boden gebildet, welche die beiden nächstgelegenen markierten Punkte der Grenzlinie verbindet.
(e) Wenn ein fester Gegenstand, der als Markierung dient, während des Spiels aus einem beliebigen Grund aus seiner Position heraus bewegt wird, muss dieser wenn möglich, sobald der Ball tot ist, an seine ursprüngliche Position zurückgesetzt werden. Ist dies nicht möglich, gelten folgende Bestimmungen:
(i) Ist ein Teil des Zauns oder einer anderen Markierung auf das Spielfeld geraten, muss dieser Teil vom Spielfeld entfernt werden, sobald der Ball tot ist.

(ii) Die Linie, an der die Grundlinie des Zauns oder der Markierung ursprünglich gestanden hat, definiert die Grenzlinie.


3. Erzielen von Grenzschlägen
(a) Ein Grenzschlag ist erzielt und wird durch den Schiedsrichter auf der Seite des Bowlers angezeigt, wann immer seiner Meinung nach, während der Ball im Spiel ist,
(i) der Ball die Begrenzung oder den Boden jenseits der Begrenzung berührt.

(ii) ein Feldspieler, während er mit einem Teil seines Körpers in Kontakt mit dem Ball ist, die Begrenzung berührt oder mit einem Teil seines Körpers den Boden jenseits der Begrenzung berührt.
(b) Der Ausdruck "die Begrenzung berühren" bedeutet Kontakt mit
(i) der Grenzlinie, wie im vorhergehenden Abschnitt 2 definiert, oder

(ii) dem Körper einer Person oder einem Hindernis innerhalb des Spielfeldes, welches vor der Auslosung von den Schiedsrichtern als Begrenzung festgelegt wurde.
(c) Der Ausdruck "den Boden jenseits der Begrenzung berühren" bedeutet Kontakt mit
(i) dem Teil einer Linie oder eines festen Gegenstandes, welcher die Begrenzung markiert, außer seiner Grenzlinie, oder

(ii) dem Boden hinter der Grenzlinie oder

(iii) einem Gegenstand, der selbst in Kontakt mit dem Boden außerhalb der Grenzlinie ist.


4. Hinter der Grenze befindlicher Ball
Ein Ball kann nach Überqueren der Grenze entsprechend der Bestimmungen der Regel 32 gefangen oder abgefangen werden, wenn
(i) der Ball zuerst mit einem Feldspieler in Kontakt kommt, der sich entweder mit Teilen seines Körpers innerhalb der Grenze befindet oder dessen letzter Kontakt vor Berühren des Balles innerhalb der Grenze liegt.

(ii) weder der Ball noch der Feldspieler, der den Kontakt mit dem Ball herstellt, die Grenze oder den Boden dahinter berührt, während der Ball gefangen oder abgefangen wird.
Das Fangen oder Abfangen des Balles beginnt, wenn der Ball zum ersten Mal den Körper des Feldspielers berührt. Die beiden Aktionen gelten als beendet, wenn der Feldspieler die vollständige Kontrolle über den Ball und seine eigene Bewegung erlangt hat und kein Körperteil die Grenze oder den Boden dahinter berührt.


5. Für Grenzschläge zu vergebende Läufe
(a) Vor der Auslosung vereinbaren die Schiedsrichter mit beiden Kapitänen die für Grenzschläge zu vergebenden Läufe. Die Schiedsrichter und Kapitäne müssen sich dabei von der vorherrschenden Tradition des Platzes leiten lassen.
(b) Außer bei einer anderslautenden Vereinbarung nach dem vorhergehenden Abschnitt (a) beträgt die Punktzahl für Grenzschläge 6 Läufe, wenn der mit dem Schläger getroffene Ball erst außerhalb der Begrenzung aufkommt. In allen anderen Fällen werden 4 Läufe vergeben. Diese Punkte werden auch dann gezählt, wenn der Ball vorher einen Feldspieler berührt hat. Siehe auch nachfolgenden Abschnitt (c).
(c) Wenn folgende Bedingungen erfüllt sein, gilt ein Ball als außerhalb der Begrenzung aufgekommen und werden 6 Läufe vergeben:
(i) Der Feldspieler berührt mit einem Teil seines Körpers die Begrenzung oder den Boden jenseits der Begrenzung, während er den Ball fängt.

(ii) Der Feldspieler fängt den Ball und berührt daraufhin die Begrenzung oder mit einem beliebigen Teil seines Körpers den Boden jenseits der Begrenzung, während er mit dem Ball in Kontakt ist, aber noch bevor er den Fang abgeschlossen hat. Siehe Regel 32 (Caught).


6. Erzielte Läufe
Wenn ein Grenzschlag erzielt wird, gelten die folgenden Bestimmungen:
(a) Die Läufe aus Strafpunkten beider Mannschaften werden gewertet.
(b) Die Schlagmannschaft erhält, außer unter den in nachfolgendem Abschnitt 7 beschriebenen Umständen, zusätzlich die höhere der beiden nachfolgend genannten Punktzahlen:
(i) die für den Grenzschlag zu vergebenden Läufe.

(ii) die durch die Batsmen vollendeten Läufe sowie den im Gang befindlichen Lauf (wenn die Batsmen zum Zeitpunkt der Erzielung des Grenzschlags schon aneinander vorbeigelaufen sind).
(c) Wenn die im vorhergehenden Abschnitt (ii) genannten Läufe die Grenzschlag-Punkte übersteigen, ersetzen sie im Sinne der Regel 18.12 (Rückkehr des Batsman zum ursprünglichen Wicket) die Läufe aus Grenzschlägen.


7. Overthrow oder vorsätzliche Aktionen eines Feldspielers
Wenn ein Grenzschlag entweder aus einem Overthrow oder einer vorsätzlichen Aktion eines Feldspielers resultiert, werden folgende Läufe gewertet:
(i) die Läufe aus Strafpunkten beider Mannschaften sowie

(ii) die für den Grenzschlag zu vergebenden Läufe sowie

(iii) die durch die Batsmen vollendeten Läufe sowie der im Gang befindliche Lauf (wenn die Batsmen zum Zeitpunkt des Wurfes oder der Aktion schon aneinander vorbeigelaufen sind).
Regel 18.12(b) (Rückkehr des Batsman zum ursprünglichen Wicket) ist vom Zeitpunkt des Wurfes oder der Aktion an anzuwenden.

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